Habt ihr euch beim sonntäglichen Katerkaffee in der Küche schon mal gefragt, wer vor 100 Jahren in eurer Wohnung lebte und Kaffee schlürfte? Die Antwort auf diese Frage liegt nur ein paar Klicks entfernt.
Vorab ein kleiner Tipp: Wenn ihr euch manchmal in das Berlin der 1920er Jahre und dessen verruchten Jazzbars wünscht, dann checkt doch mal dies Angebot aus.
Kiez-Historie: Von der Kohlenhandlung zum Vintage-Store

Die Digitale Landesbibliothek Berlin hat einen Schatz für alle Kiez-Nerds gehoben: Die historischen Berliner Adress-, Telefon- und Branchenbücher aus den Jahren 1707 bis 1991/1992 sind komplett online verfügbar.
Ihr könnt die Telefonnummer eurer Großeltern herausfinden und sehen, in welcher Nachbarschaft eure Großeltern, Eltern (oder ihr selbst als Kinder) großgeworden seid. Und ihr könnt sogar noch weiter zurück und bis zu 319 Jahre in die Vergangenheit blicken!
Die ultimative Zeitmaschine für euer Kiez

Die alten Adressbücher dokumentieren das echte Berlin wandelnder Zeiten und Staatsformen. Besonders faszinierend ist dabei natürlich der Blick auf den eigenen Kiez. Wo ihr heute auf der Neuköllner Weserstraße euren Cappuccino genießt, residierten 1926 noch Zigarrenmacher und Kohlenhändler.
In der Kastanienallee im Prenzlauer Berg reihten sich statt teurer Boutiquen Schirmflicker und Hutmacher aneinander. Und auf der Torstraße in Mitte (die damals noch Elsasser Straße hieß) stank es nach Pferdefuhrwerken und Brauereien statt nach veganer Trüffel-Pasta.
So startet ihr die Zeitreise ins alte Berlin

Ihr müsst weder durch die halbe Stadt gurken, noch auf einer klapprigen Leiter verstaubte Akten aus hohen Regalen fischen. Alle Infos sind ganz einfach online einsehbar.
- Alles digital verfügbar: Besucht einfach das Web-Portal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und sucht nach den Adressbüchern.
- Die Straßen- und Namensuche: Wählt ein spannendes Jahr (zum Beispiel genau vor hundert Jahren!). Die dicken Wälzer sind entweder nach Namen oder direkt nach Bezirken, Straßen und Hausnummern sortiert!
- Der Fraktur-Trick: Manchmal gibt es noch altdeutschen Schrift in den Büchern. Lasst euch davon nicht abschrecken. Wenn es gar nicht geht, könnt ihr die Texte mit Google Lens entziffern!