Solch eine heftige öffentliche Reaktion hätte der 30-jährige „Dune“-Schauspieler Timothée Chalamet wohl kaum erwartet, nachdem er vor Kurzem gemeinsam mit Matthew McConaughey bei einer rund 70-minütigen Gesprächsrunde von Variety & CNN zu Gast war. Das Internet wird momentan mit Gegenwind von diversen Leuten aus der Opern- und Ballettwelt überschwemmt, die sich Chalamets kritische Aussage nicht so einfach gefallen lassen möchten.
Doch worum geht es eigentlich genau? Als Chalamet sich mit McConaughey über Themen wie die Zukunft der Kinobranche und das Zuschauerinteresse austauschte, erwähnte er, dass er nicht in Bereichen wie Ballett oder Oper arbeiten wolle – „Dinge, bei denen man sagt, ‚Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich niemand mehr dafür interessiert'“.
Obwohl Chalamet seiner Aussage im Anschluss schnell noch hinzufügte, dass er den größten Respekt für alle „Ballett- und Opernleute da draußen“ habe, ließen die kritischen Stimmen nicht lange auf sich warten. Viele Leute weisen darauf hin, dass Ballett und Oper auch heutzutage noch durchaus lebendige Kunstformen sind, die jedes Jahr ein beachtliches Publikum anziehen und wertvolle künstlerische Traditionen bewahren.
Weimer lädt Chalamet in die Oper ein
Nachdem bereits zahlreiche namenhafte Opernhäuser weltweit online mit einer Mischung aus schlagfertigem Humor und Kritik auf die Situation reagiert haben – darunter auch die Bayerische Staatsoper und das Staatsballett sowie die Staatsoper Hamburg und die Oper Wien – meldet sich auch der deutsche Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zu Wort. In einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ lädt er Chalamet herzlich dazu ein, „bei seinem nächsten Besuch in Deutschland in eines unserer tollen Konzerthäuser oder Musiktheater zu gehen, mit Künstlerinnen und Künstlern zu sprechen und sie bei ihrer Hochleistungsarbeit zu beobachten“.
Seiner Meinung nach, könne man „auch mal daneben liegen“, wenn man Ballett oder Oper nicht hautnah und live erlebt habe. Deutschland sei quasi Weltmarktführer bei Orchestern, Opernhäusern und großartigen Tanzensembles, und mit seiner Einladung hofft er, Chalamet „den Zauber der Oper und die Schönheit des Tanzes“ näherbringen zu können. Weimer ergänzte: „Danach kann man nur sagen: It was really awesome.„
Falls Chalamet (dessen Großmutter, Mutter und Schwester übrigens alle beim New York City Ballet getanzt haben) einen sanfteren Einstieg in das Genre bevorzugen würde, kann er sich auch nach modernen Varianten wie beispielsweise Ballet of Lights umschauen, welches eine gekürzte Version der zwei bis dreistündigen klassischen Aufführungen präsentiert und mit funkelnden Kostümen und einer beeindruckenden Lichtinszenierung überzeugen könnte.